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Bilsenkraut, schwarzes [Schlafkraut] (Hyoscyamus niger)

Synonyme: "Tollkraut", "Altsitzerkraut"

Familie:Solanaceae, Nachtschattengewächse

Giftigkeit : sehr giftig

Standort/Verbreitung:
Auf nährstoffreichem Lehm oder Sand. An Wegrändern und Schutthalden.
In Nord- und Westasien, Nordamerika, Australien; im Mittelmeergebiet; in Mitteleuropa.

Typische Merkmale:
Blätter lang-eiförmig, gebuchtet, gezähnt, behaart, gestielt oder halbstengelumfassend.
Blüte: Juni - September. In dichten Wickeln, kelchförmig, sehr kurz gestielt, mit klebrig-zottigen Kelchblättern; schmutzig-gelb, violettadrig, Blütengrund dunkelviolett.
Früchte: 2fächrige Deckelkapseln, vom steifen Fruchtkelch umschlossen, grün. Bis zu 200 schwarze, mohnähnliche Samen.

Giftige Pflanzenteile und Inhaltsstoffe:
Alle Organe, besonders Wurzeln und Samen. Blätter in Mengen über 0,5 g sind giftig. Der Alkaloidgehalt ist jedoch geringer als bei Stechapfel und Tollkirsche.

Giftig durch:
Tropan-Alkaloide, Hauptalkaloide: L-Hyoscyamin, Scopolamin.
Zentralerregend, zentralsedierend, peripher den Kreislauf und das vegetative Nervensystem beeinflussend.

Kritische Dosis:
Die minimale toxische Dosis liegt bei einer Drogenmenge, die etwa 5 mg Alkaloiden entspricht.

Mögliche Symptome:
Ähnlich wie bei Tollkirsche, allerdings stärkeres Hervortreten der zentrtalsedierenden Komponente durch den hohen Anteil an Scopolamin.
Heiße Haut, Gesichtsröte, trockene Schleimhaut, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Pupillenveränderung, Sehstörungen, Herzbeschwerden, Sedierung aber auch Erregung, Halluzinationen.

Erste Hilfe:
Sofort die nächste Klinik / Kinderklinik aufsuchen.

 

 

 

© Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW

Photo: Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, Botanischer Garten
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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